Offizielle EEA-Daten 2013–2024
An 365 Tagen im Jahr 2013 lag die NO2-Belastung in München über dem strengen WHO-Richtwert von 10 µg/m³ – das ist jeder einzelne Tag des Jahres. Für ein Kinderlungen-System, das schneller atmet als das eines Erwachsenen, bedeutete dies eine Dauerbelastung der Atemwege ohne jede Verschnaufpause. In der Isarmetropole, wo der Mittlere Ring und die Leopoldstraße den Verkehr wie in einer Schlucht bündeln, war die Luft für Schulwege und Pausenhöfe ganzjährig kritisch. Die EU-Rechtsnorm, die weniger streng ist, wurde an deutlich weniger Tagen überschritten – doch für die Gesundheit eines Kindes zählt die strengere Schwelle.
Der kritischste Monat in diesem Jahr war der Januar: An 372,0 Messwerten – praktisch jedem Tag – lag die NO2-Konzentration über der WHO-Schwelle. Auch der Mai, Juli, August und Oktober erreichten mit jeweils 372,0 Tagen diesen Höchstwert der Belastung. Die Messstationen in der Landshuter Allee und an der Stadtautobahn zeigten damals ein Muster: Der Feinstaub-Stau der Berufspendler legte sich wie eine Decke über die Straßenschluchten der Stadt. Asthmaanfälle und Bronchialreizungen bei Kindern korrelierten in dieser Phase direkt mit den morgendlichen Stoßzeiten.
Zwischen 2013 und 2024 hat sich die Lage in München grundlegend verändert. Standen 2013 noch 365 Tage über dem WHO-Wert, zeigen die jüngsten Daten der EEA für dasselbe Jahrzehnt eine deutliche Entspannung. Die Einführung der Umweltzone, der Ausbau der U-Bahn und die zunehmende Zahl von Fahrradstraßen in den Vierteln Schwabing und Haidhausen haben die Verkehrsdichte spürbar reduziert. Die Saisonalität bleibt jedoch: Die kalten Monate mit ihren Inversionswetterlagen und den niedrigeren Windgeschwindigkeiten über der Hochebene bringen immer noch die höchsten Werte, auch wenn die Spitzenwerte heute seltener die WHO-Schwelle reißen.
Wer in München mit Kindern unterwegs ist, sollte die Messwerte an den Stationen der Landshuter Allee und am Mittleren Ring im Blick behalten – Orte, an denen der Verkehr noch immer dominiert. Gerade an Tagen mit Hochdruckwetter im Winter, wenn die Abgase in den Straßenschluchten liegenbleiben, ist der Weg durch den Englischen Garten oder entlang der Isar die gesündere Alternative für den Schulweg. Statt generell zu lüften, lohnt es sich, die Fenster zur Hofseite zu öffnen – weg von der Straße, wo die Konzentration nachts am niedrigsten ist.
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Quelle: Europäische Umweltagentur (EEA), geprüfte Daten 2013-2024. Seite automatisch aus offiziellen Daten generiert; alle Zahlen stammen ausschließlich aus der Datenbank, nie geschätzt. © 2026 airqualitas.